Der Mops: Fast eine Liebeserklärung
Januar 21st, 2010 Von Jürgen Bohl • Irren
Der Mops, der ist ein putzig Biest
er schnieft und schnauft und hechelt
bekommt fast keine Luft und niest
wird von der Welt belächelt.
Man sieht ihn manchmal in der Stadt
geführt an einer Leine
zur Freude dessen, der ihn hat
der Mops empfindet keine.
Er trottet launig durch die Welt
verflucht die tropfend Nase
er hat dies Unheil nicht bestellt
der Mensch hält ihn zum Spaße.
Der arme Kerl, er quält sich schlimm
und ist nicht zu beneiden
erduldet still mit tiefem Grimm
sein stark verschnupftes Leiden.
Doch freut er sich auch dann und wann
schaut Frauen unters Röckchen
bellt riesengroße Hunde an
und bringt zurück das Stöckchen.
Er stiehlt den Köchen mal ein Ei
und kann’s doch nicht verwenden
dann schlägt man ihn erzürnt zu Brei
der Mops will so nicht enden.
Viel lieber wär er kerngesund
mit freien Atemwegen
ein schöner, großer, edler Hund
dem Züchtergeist entgegen.
Doch Wunsch ist Wunsch und Mops ist Mops
da hilft kein frommes Bellen
ein kleiner, plumper Hundeklops
der kann sich nicht verstellen.
Drum bleibt ihm keine Möglichkeit
als weiterhin zu schmachten
und seines Schöpfers Findigkeit
mit Inbrunst zu verachten.
Der Mops an sich ist kein Ersatz
für Partnerschaft im Leben
im Hundekörbchen ist sein Platz
Gefühl kann er nicht geben.
Gedicht Philophobos
Foto Analogist/Franz Janusiewicz (Flickr)
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