Schlachtmond

Schlachtmond: Alte deutsche Namen für den November waren Windmond und Nebelung. In den Niederlanden wurde er auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Jahreszeit das Einschlachten der Schweine vorgenommen wurde.

Schlachtmond

Blutwurst. Erste Sorte. Das Blut wird warm, sowie es vom Schweine kommt, mit einem kleinen Besen geschlagen, bis es ganz kalt geworden, und durch ein Sieb gerührt, wodurch es flüssig bleibt. Dann gibt man zu einem Teil des Blutes reichlich vom besten gekochten und feingehackten Schweinefleisch, mager und fett, nebst den weichgekochten und feingehackten Schwarten, ferner: gekochten Speck, welcher in kleine Würfel geschnitten ist, Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer. Dies alles wird wohl gemischt, wie Leberwurst in dicke, möglichst glatte Därme nicht fest gefüllt, damit die Masse sich ausdehnen kann, und eine halbe Stunde gekocht. Blutwurst muß vollkommen gar gekocht werden, um sich lange zu halten; deshalb nimmt man eine Wurst aus dem kochenden Wasser mit dem großen Schaumlöffel und sticht mit einer langen Stopfnadel hinein. Zeigt sich noch Blut, so ist die Wurst noch nicht gar, dringt aber klares Fett aus der kleinen Öffnung, so ist sie haltbar. Etwas geräuchert, wird die Wurst zum Butterbrot gegeben. Manche scheuen die Speckwürfel; in solchen Fällen kann der Speck fein gehackt werden; läßt man ihn fehlen, so wird die Wurst trocken.

Henriette Davidis-Kolle, Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Kücke. Bielefeld und Leipzig. Verlag von Velhagen & Klafing. 1903

Text Christa Becker und Henriette Davidis-Kolle
Gestaltung Jürgen Bohl
Foto Gerti G.
(photocase.de)



1 Kommentar

  1. Was für ein geniales Foto, erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass das Schwein tot ist!

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