Archiv für November, 2009
Steuererklärung
November 28th, 2009 • Fundstücke
Tags: der betrunkene Sachse, Dresden, Muddie, Olaf Böhme, Zwinger Trio
Es ist ein Fundstück im wörtlichen Sinne. Als Fan des Zwinger Trios kannte ich diesen Auftritt von Olaf Böhme, habe ihn irgendwo auf Video gehortet und schon mindestens zehn Mal gesehen. Bei einer Recherche zu einem ganz anderen Thema “begegnete” mir dieses Kabinettstückchen dann heute auf YouTube. Drei weitere Durchläufe ließen immer noch Lachtränen aufsteigen. Besonders schön sind die schier verzweifelten Bemühungen des Zwinger Trios, angesichts der von Olaf Böhme wunderbar vorgetragenen Absurditäten einen Rest von Haltung zu bewahren. Was natürlich gründlich misslingt.
Mit seinem “betrunkenen Sachsen” ist der Kabarettist und Schauspieler seit fast 20 Jahren unterwegs. Vor seinem Wechsel auf die Bühne promovierte er in Mathematik. Seit 1985 engagiert er sich in der freien Theaterszene Dresdens, seit 1997 ist er freischaffend tätig als Autor, Filmemacher, Produzent, Zeichner, Gestalter – und glücklicherweise auch immer noch mit seinem Kabarettprogramm.
Und nun viel Spaß!
Meet James Ensor
November 27th, 2009 • Goodbye
Tags: KellyLugosi, Meet James Ensor, They Might Be Giants, Vimeo
„Meet James Ensor, belgium’s famous painter, dig him up and shake his hand, appreciate the man …“ von They Might Be Giants. Mehr über den belgischen Künster James Ensor im Artikel: A Last Goodbye to James Ensor
Meet James Ensor from KellyLugosi on Vimeo.
Schlachtmond
November 25th, 2009 • 1 Kommentar November
Tags: Blutwurst, Henriette Davidis-Kolle, Kochbuch, Nebelung, Niederlanden, November, Schlachtmonat, Schwein, Velhagen & Klafing Verlag, Windmond
Schlachtmond: Alte deutsche Namen für den November waren Windmond und Nebelung. In den Niederlanden wurde er auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Jahreszeit das Einschlachten der Schweine vorgenommen wurde.
Blutwurst. Erste Sorte. Das Blut wird warm, sowie es vom Schweine kommt, mit einem kleinen Besen geschlagen, bis es ganz kalt geworden, und durch ein Sieb gerührt, wodurch es flüssig bleibt. Dann gibt man zu einem Teil des Blutes reichlich vom besten gekochten und feingehackten Schweinefleisch, mager und fett, nebst den weichgekochten und feingehackten Schwarten, ferner: gekochten Speck, welcher in kleine Würfel geschnitten ist, Salz, Pfeffer, Nelken und Nelkenpfeffer. Dies alles wird wohl gemischt, wie Leberwurst in dicke, möglichst glatte Därme nicht fest gefüllt, damit die Masse sich ausdehnen kann, und eine halbe Stunde gekocht. Blutwurst muß vollkommen gar gekocht werden, um sich lange zu halten; deshalb nimmt man eine Wurst aus dem kochenden Wasser mit dem großen Schaumlöffel und sticht mit einer langen Stopfnadel hinein. Zeigt sich noch Blut, so ist die Wurst noch nicht gar, dringt aber klares Fett aus der kleinen Öffnung, so ist sie haltbar. Etwas geräuchert, wird die Wurst zum Butterbrot gegeben. Manche scheuen die Speckwürfel; in solchen Fällen kann der Speck fein gehackt werden; läßt man ihn fehlen, so wird die Wurst trocken.
Henriette Davidis-Kolle, Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Kücke. Bielefeld und Leipzig. Verlag von Velhagen & Klafing. 1903
Text Christa Becker und Henriette Davidis-Kolle
Gestaltung Jürgen Bohl
Foto Gerti G. (photocase.de)
Tattoos – Eine Fotoserie von Philippe Leroyer
November 23rd, 2009 • schwarz weiß
Tags: Parc Floral, Paris, Philippe Leroyer, schwarz weiß, Tattoo, Tattoo Art Festival
Vom 18. bis zum 20. September 2009 fand in Paris zum dritten Mal das „Tattoo Art Festival“ statt – das größte französische Zusammentreffen seiner Art. Im Parc Floral trafen ca. 7.000 Besucher auf 150 Tattoo-Künstler aus aller Welt. Philippe Leroyer hat einige der schönsten Ergebnisse mit der Kamera festgehalten.








Fotoserie von philippe leroyer (Flickr.com)
Der Artikel: Tattoo
Streetart: Best of … (Part 1)
November 22nd, 2009 • Fundstücke
Tags: Brocco Lee, Graffiti, Kritzeleien, Papiercollagen, Straßendreck, Streetart, txmx 2, urbanartcore.eu
Papiercollagen, Graffiti, Straßendreck und Kritzeleien – Streetart im Best of …
Fotografen Brocco Lee (1, 2, 5), urbanartcore.eu (3), txmx 2 (4)
Weitere Streetart Artikel unter:
Ein Film über Aufkleber
MUTO a wall-painted animation by BLU
Barcelonas Streetart
A Last Goobye to James Ensor
November 19th, 2009 • Goodbye
Tags: 19. November, Dämonen, Getty Center, Maler, Masken, Oostende, Self-Portrait wiht a Flowered Hat, Skeletons Fighting Over a Pickled Herring, Skelette, The Assassination, The Entry of Christ into Brussels. State III., The Intrigue, Todestag
Belgischer Maler mit fünf Buchstaben – das war Ensor für mich bis zu dem Tag, als ich vor seinem Hauptwerk stand: „Christus zieht ein in Brüssel“. 2,58 m hoch und 4,31 m lang, wie ich hinterher recherchiert habe. Es entstand von 1888 bis 1889, ein Jahr benötigte er für die Fertigstellung. Da war er 28 Jahre alt, lebte im Haus seiner Mutter in Oostende und malte auf dem Dachboden. Der war zu klein für das monumentale Bild, deshalb blieb es 30 Jahre aufgerollt dort liegen. 1929 wurde es erstmals ausgestellt, 1939 wieder, und ab dem 70er Jahren war es ein von Museen begehrtes Objekt. Bis es 1987 von der Paul Getty Foundation aufgekauft wurde und über den Hügeln von Los Angeles in dem Licht durchfluteten Richard-Meier-Bau seinen Platz fand.

2002 hatte ich meine erste Begegnung, seitdem durchforste ich die Museen auf der Suche nach den seltsamen, skurrilen, ironischen und tiefgründigen Bildern James Ensors. 2006 veranstaltete die Frankfurter Schirn eine große Ausstellung des „Malers der Masken“. Die ist auf Wanderschaft und in diesem Jahr in New York angekommen: http://www.moma.org/interactives/exhibitions/2009/ensor/index.html#/intro/
James Ensor war seiner Zeit voraus, wurde lange abgelehnt als „fader Witzbold, dessen groteske und geschmacklose Produkte widerwärtig sind“. Erst im 20. Jahrhundert wird die „blühende Hässlichkeit seiner Motive“ salonfähig. Seine Bilder vertreten sein Heimatland bei Weltausstellungen, der belgische König ernennt ihn zum Baron. Und er gewinnt mehr und mehr an Einfluss – Emil Nolde, Otto Dix, Paul Klee, Max Ernst und Joseph Beuys zählen zu seinen Bewunderern. Ein Einfluss, der sich nicht nur auf die Malerei beschränkt: They Might Be Giants widmen ihm das Lied „Meet James Ensor“, das wiederum einen YouTube Nutzer zu einem wunderbaren, kleinen Film inspiriert. Und in Belgien wird alljährlich am ersten Märzwochenende der von ihm initiierte „Ball der toten Ratte“ gefeiert. Eine pompös-schrille Maskerade, die seine Bildwelten in die Wirklichkeit transportiert.
James Ensor starb am 19. November 1949 mit 89 Jahren in Oostende. Eine Stadt, die er nur in seiner Jugend für drei Jahre verlassen hat. Seine Werke sind heute in den großen Museen der Welt zu finden. Und sein Name noch immer in Kreuzworträtseln.
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
1. Bild The Entry of Christ into Brussels. State III. 1898
1. Bildausschnitt Skeletons Fighting Over a Pickled Herring. 1891
2. Bildausschnitt The Intrigue. 1890
3. Bildausschnitt The Assassination. 1890
4. Bildausschnitt Self-Portrait wiht a Flowered Hat. 1883/1888
Gedenktage im November, Teil 3
November 18th, 2009 • November
Tags: Charles Darwin, Enid Blyton, Francis Henry Durbridge, Franco, Freddie Mercury, Fünf Freunde, Hanni und Nanni, Hochstift Bamberg, Hochstift BambergMark Twain, John F. Kennedy, Kaiser Wilhelm II., LIFE-Magazin, Mayflower, Mickey Mouse, Museo del Prado, Richard Strauss, Schinderhannes, Spiegel-Affäre, Tatort, Tom Sawyer und Huckleberry Finn, US-Biotechnologie-Firma AC, Walt Disneys, „eiserne Lady“ Margaret Thatcher
18. November 1928 Positiv (+)
In New York wird der erste Zeichentrickfilm mit Ton uraufgeführt: Walt Disneys „Steamboat Willie“ ist zugleich der erste Tonfilm mit Mickey Mouse.
18. November 1978 Negativ (-)
Im Urwald von Guayana kommt es zu einer Massenselbsttötung von mehr als 900 Mitgliedern der Volkstempler-Sekte.
19. November 1819 Positiv (+)
Eröffnung des Museo del Prado in Madrid als Museum für Malerei und Bildhauerkunst.
19. November 1962 Negativ (-)
Fünf Bundesminister der FDP treten wegen der Spiegel-Affäre zurück.
20. November 1975 Positiv (+)
Der Tod des spanischen Diktators Franco öffnet den Weg zur Demokratie.
20. November 1917 Negativ (-)
Im französischen Cambrai kommt es zur ersten Panzerschlacht der Militärgeschichte.
21. November 1620 Positiv (+)
Mit der Mayflower treffen die ersten „Pilgrim-Fathers“ (britische Puritaner) an der Küste von Massachussets ein.
21. November 1803 Negativ (-)
Hinrichtung des Schinderhannes, Räuberhauptmann im Hunsrück, sowie 19 weiterer Mitglieder seiner Bande.
22. November 1990 Positiv (+)
Die „eiserne Lady“ Margaret Thatcher tritt nach über elfjähriger Amtszeit als britische Premierministerin zurück.
22. November 1962 Negativ (-)
Der amerikanische Präsident John F. Kennedy wird in Dallas ermordet..
23. November 1936 Positiv (+)
Das US-amerikanische LIFE-Magazin erscheint zum ersten Mal. Seine Besonderheit: neuartige, großformatige Fotoreportagen.
23. November 1991 Negativ (-)
Bei dem von Neo-Nazis verursachten Brandanschlag von Mölln werden zwei türkische Frauen und ein 10-jähriges Mädchen getötet.
24. November 1859 Positiv (+)
Charles Darwin veröffentlicht sein Werk zur Evolutionstheorie und revolutioniert damit das Wissen über die Entstehung der Lebewesen.
24. November 1991 Negativ (-)
Freddie Mercury, der Sänger der Rockgruppe Queen, stirbt an den Folgen seiner AIDS Erkrankung.
25. November 1912 Positiv (+)
Geburt des britischen Kriminalschriftstellers Francis Henry Durbridge (Paul Temple, Das Halstuch, Melissa, Das Messer).
25. November 2001 Negativ (-)
Die US-Biotechnologie-Firma ACT gibt das erfolgreiche Klonen menschlicher Embryonen bekannt.
26. November 1832 Positiv (+)
In New York City wird die erste Straßenbahn der Welt in Betrieb genommen.
26. November 2005 Negativ (-)
Als Folge des Wintereinbruchs in Deutschland knicken Strommasten um: In Nordrhein-Westfalen sind 250.000 Menschen tagelang ohne Strom und Heizung.
27. November 1896 Positiv (+)
Uraufführung der Tondichtung von Richard Strauss in Frankfurt/M. (auch bekannt aus „Odysee im Weltall“).
27. November 1983 Negativ (-)
In München wird die Partei der Republikaner gegründet.
28. November 1918 Positiv (+)
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. unterzeichnet seinen Verzicht auf den Thron.
28. November 1968 Negativ (-)
Tod der britischen Schriftstellerin Enid Blyton (Fünf Freunde, Hanni und Nanni).
29. November 1970 Positiv (+)
Die ARD strahlt die erste Folge der Krimiserie Tatort aus. Titel der ersten Folge: Taxi nach Leipzig.
29. November 1802 Negativ (-)
Das Hochstift Bamberg wird von bayerischen Truppen besetzt und in das Kurfürstentum Bayern eingegliedert.
30. November 1835 Positiv (+)
Geburt des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (Tom Sawyer und Huckleberry Finn).
30. November 1939 Negativ (-)
Der Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland beginnt durch einen sowjetischen Luftangriff auf Helsinki.
Gedenktage im November Teil 2 – lesen
Gedenktage im November Teil 1 – lesen
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
Bumerang
November 17th, 2009 • Irren
Tags: 17. November, 1934, Dichter, gestorben, Irren, Ringelnatz
Heute vor 75 Jahren starb der geniale Dichter Joachim Ringelnatz im Alter von 51 Jahren. Ihm zu Ehren hier nun eines seiner kürzeren Gedichte sowie ein Film, an dessen überraschender Auflösung er sicherlich seine Freude gehabt hätte.
War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.
Exemplarische Herbstnacht (Erich Kästner)
November 15th, 2009 • November
Tags: Erich Kästner, Exemplarische Herbstnacht
Nachts sind die Straßen so leer.
Nur ganz mitunter
markiert ein Auto Verkehr.
Ein Rudel bunter
raschelnder Blätter jagt hinterher.
Die Blätter haschen und hetzen.
Und doch weht kein Wind.
Sie rascheln wie Fetzen und hetzen
und folgen geheimen Gesetzen,
obwohl sie gestorben sind.
Nachts sind die Straßen so leer.
Die Lampen brennen nicht mehr.
Man geht und möchte nicht stören.
Man könnte das Gras wachsen hören,
wenn Gras auf den Straßen wär.
Der Himmel ist kalt und weit.
Auf der Milchstraße hat‘s geschneit.
Man hört seine Schritte wandern,
als wären es Schritte von andern,
und geht mit sich selber zu zweit.
Nachts sind die Straßen so leer.
Die Menschen legen sich nieder.
Nun schlafen sie, treu und bieder.
Und morgen fallen sie wieder
übereinander her.
Text Erich Kästner
Gestaltung Jürgen Bohl
Fotos Schiffner, Roki, Kunstfisch, Ernie
Sankt Martin – Original und Fälschung
November 14th, 2009 • November
Tags: 11.11. st, Ein komischer Heiliger, Google Images, Novemeber, Original und Fälschung, Sankt Martin, St. Martin
Unter Google Images sind unzählige Abbildungen des umtriebigen Heiligen zu finden. Nach intensiven Diskussionen entschieden wir uns für die reduzierte Form (Sankt Martin – Ein komischer Heiliger). Dennoch bleiben Fragen offen. Deshalb haben wir eine traditionelle Darstellung und unsere Variante nebeneinander gelegt – und dabei bisher neun Unterschiede feststellen müssen:
1. Heiligenschein fehlt
2. Hintergrund ist heller
3. Pferd ist dunkler
4. Bettler fehlt
5. Sattel ist zu viel
6. Schwert und Mantel fehlen
7. Haare sind kürzer
8. Burg fehlt
9. Pferd schaut in andere Richtung
Wer findet weitere Unterscheidungen?
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
Foto (r.) Ralphboy (photocase.de)















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