Archiv für August, 2009
A Last Goodbye to Lee Marvin
August 29th, 2009 • Goodbye
Tags: Filmmusik, Goodbye, Horst Schlämmer, Lee Marvin, Schauspieler, Soundtrack
Exakt 22 Jahre ist es her, dass der amerikanische Schauspieler Lee Marvin verstarb. In seinen Rollen verkörperte er oftmals die raubeinigen, mürrischen Einzelgänger. 1950 entdeckte ihn das Fernsehen, doch sein Durchbruch kam erst 1957 als Frank Ballinger in der Serie “M Squad”. Hollywood buchte ihn, und 1965 erhielt er für “Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming” den Oscar.
1968 übernahm er nicht nur die Hauptrolle in der Musical-Verfilmung “Westwärts zieht der Wind”, sondern sang auch alle Lieder selbst. Der Film wurde ein Flop, der Soundtrack ein Erfolg. Speziell die Auskopplung “Wand’rin’ Star” brachte Lee Marvin an die Spitzen der Charts. (Horst Schlämmer drückt heute zur selben Melodie und in ähnlich tiefer Stimmlage seine Heimatverbundenheit aus: “Ich bin geboren in Grevenbroich”.)
In den letzten Lebensjahren bewies Lee Marvin nicht immer eine glückliche Hand bei der Filmauswahl. 1986 spielte er seine letzte Rolle, ein Jahr darauf starb er. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Militär- und Prominenten-Friedhof Arlington (auf dem auch die Kennedy-Brüder begraben sind).
XI
August 25th, 2009 • November
Tags: 11, Christentum, Elf, Heilige Ursula, Karneval, Kölner Wappen, kurz vor 12, Martinstag, November
Im Rheinland ist Sie – bedingt durch den Karneval – eine hoch gelobte, fast heilige Zahl: die Elf. Und das trotz Ihrer teils doch sehr unheiligen Symbolik.
Für das Christentum überschreitet XI als erste Zahl den Dekalog, also die Zehn Gebote. Somit verweist sie auf die Sünde und auf Menschen, die vom rechten Pfad abgekommen sind.
Als Symbol der Normüberschreitung hatte sie sich bei den Jecken bereits etabliert, als man im Nachhall der französischen Revolution eine andere Deutung fand: 1 neben 1 steht für die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe.
Am 11.11. treffen Karneval und Kirche zusammen, denn der Beginn der „5. Jahreszeit“ ist zugleich der Martinstag mit seinen zahlreichen Umzügen.
Ihren geheimnisvollen, dämonischen Charakter hat die XI behalten in dem Verweis auf die „elfte Stunde“. Die kündigt ein nahendes Unglück an und mahnt, dass es „kurz vor 12“ ist – also Zeit für eine Umkehr.
Traurigen Ursprungs sind die elf Tränen im Kölner Wappen. Sie stehen für die Heilige Ursula und ihre 11 bis 11.000 Jungfrauen, die vor den Toren der Stadt von den Hunnen getötet wurden.
Dass der November – trotz seines Namens (novem = lat. neun) – heute der elfte Monat des Jahres ist, verdankt er der Kalenderumstellung von 153 v. Chr. Der Elfmeter hat seinen Ursprung in der englischen Berechnung in Yards. Und dass am Fußballmatch pro Mannschaft 11 Spieler beteiligt sind, wurde 1870 weltweit verbindlich festgelegt.
Was ist sonst noch zu sagen? Die 11 ist die kleinste zweistellige Primzahl und zugleich die kleinste Schnapszahl, im Periodensystem steht sie für Natrium, und „Elfer raus“ ist nicht nur bei Kindern ein beliebtes Kartenspiel. Von Sünde und Dämonenalso keine Spur …
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
Foto Hanna und Ingo (photocase.de)
Schneewittchen (erzählt in Skizzen von mayBix)
August 25th, 2009 • Schneewittchen, schwarz weiß
Tags: Schneewittchen, schwarz weiß
Es war einmal eine Königin, die saß im Winter am Fenster und nähte. Der Fensterrahmen war aus Ebenholz und draußen lag der weiße Schnee. Da stach die Königin sich in den Finger und ein Tropfen Blut fiel in den Schnee. Das das sah so schön aus, schwarz/weiß und rot! Da dachte die Königin …
Das komplette Märchen hier
A Last Goodbye to Groucho Marx
August 19th, 2009 • Goodbye, schwarz weiß
Tags: Goodbye, Groucho Marx, Horse Feathers, I'm against it, schwarz weiß, The Last Goodbye
86 Jahre war er alt, als er am 19. August 1977 verstarb: Julius Henry Marx, genannt Groucho. Der Schauspieler und Entertainer galt über Jahrzehnte als “witzigster Mann Hollywoods”. In Shows und Filmen trat er auf als schnell sprechender Schlaumeier, als Zyniker – und als Sänger. Seine Kennzeichen waren (u.a.) mit Schuhcreme aufgemalte Augenbrauen und Schnurrbart. Sein anarchischer Humor inspirierte ganze Komikergenerationen. Woody Allen, mit dem er befreundet war, liebt es ihn zu zitieren (“Ich würde nie in einen Club eintreten, der Leute wie mich als Mitglieder aufnimmt.”).
Sein Lied aus dem Film “Horse Feathers” (Blühender Blödsinn) von 1932 erlebte während der Studentenunruhen ein Revival, da es den Nerv der Zeit traf: “Whatever it is, I’m against it!”
Panta rhei
August 14th, 2009 • schwarz weiß
Tags: BƛƬƲĐΐƧƮƐ, Flickr, Fluß, Panta rhei, schwarz weiß
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.”
Film von BƛƬƲĐΐƧƮƐ
Alles bewegt sich fort und nichts bleibt: Dieser Gedanke von Heraklit (ca. 500 v. Chr.) wurde später in “Panta rhei” (Alles fließt) zusammengefasst. Das ewige Werden und Wandeln hatte der griechische Philosoph im Fokus, als er das Sein mit einem fließenden Gewässer verglich: “Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.”
Wortherkunft Goodbye [gu:dba:i]
August 11th, 2009 • Goodbye
Tags: Goodbye, Wortherkunft
Goodbye entwickelte sich aus dem Satz »God be with you«. Bereits frühe Quellen nennen verkürzte Ausdrucksformen wie »God be wy you«, »god b’w’y«, »godbwye« und »god buy’ ye«. Dass der erste Wortteil von »God« in »good« umgewandelt wurde, geschah vermutlich in Analogie zu Begriffen wie »good Day« oder »good Night«. Damit geriet der ursprüngliche Sinn des Grußes mehr und mehr in Vergessenheit.
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
A Last Goodbye to Ernst Bader
August 10th, 2009 • Goodbye
Tags: Ernst Bader, Freddy Quinn, Goodbye, Heimweh, Schlager
Zehn Jahre ist es her, dass einer der bekanntesten Autoren der deutschen Schlagerszene verstarb: Ernst Bader. Aus seiner Feder stammen Hits wie “Tulpen aus Amsterdam”, “100 Mann und ein Befehl”, “Du lässt dich geh’n” und “Heimweh – Brennend heißer Wüstensand”. Letzterer basiert auf dem Song “Memories Are Made Of This”, mit dem vor allem Dean Martin in Amerika große Erfolge feierte. In der Interpretation von Freddy Quinn wurde das Lied mit circa acht Millionen verkaufter Tonträger zur umsatzstärksten deutschen Single aller Zeiten.
Ernst Bader wurde am 7. Juli 1914 in Stettin geboren und besuchte anfangs eine Schauspielschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte ihn seine Arbeit als Lektor in einem Musikverlag auf die Idee, sich selbst als Autor zu versuchen. Im Laufe der Jahre entstanden fast 900 Lieder und Chansons. Er schrieb für Marlene Dietrich ebenso wie für Edith Piaf, für Hildegard Knef ebenso wie für Charles Aznavour.
Der Autor bezeichnete sich selbst als “überzeugten Christen und Sozialisten”, der den Parteien eher kritisch gegenüber stand. Ein großer Teil seiner sehr ansehnlichen Tantiemen floss in soziale Projekte und Patenschaften in aller Welt. Ernst Bader verstarb am 10. August 1999 in Norderstedt und wurde auch dort beigesetzt.
Fundstücke
August 10th, 2009 • Kommentare deaktiviert Fundstücke

Bei unseren Recherchen treffen wir immer wieder auf wunderbare Ideen, Texte, Bilder und Filme. Zu schade, sie einfach links liegen zu lassen. Zu viele, um jedes Mal eine neue Kategorie zu schaffen. Deshalb haben wir hier ein „Fundbüro“ eingerichtet, das in seiner bunten Vielfalt durchaus dem Namensgeber ähneln wird.
Hinter Gittern
August 3rd, 2009 • schwarz weiß
Tags: Absperrgitter, Apartheid, Betonwüste, Kapstadt, Klebstoff, schwarz weiß, Shopping Malls, Straßenkinder, Townships

Ich war in Kapstadt. Muss ich noch mehr sagen. Abgefressene, Klebstoff vernebelte Straßenkinder bedrohen einen für ein paar Cent mit verseuchten Küchenmessern. Sie hausen im Stadtzentrum in den Winkeln der Betonwüste aus Bürokomplexen und nie fertig gestellten, riesigen Straßenschneisen. Die Abgase liegen ohne Regen und vor allem ohne Wind in einer blickdichten, graugelben Dunstglocke über der Stadt. Zu Fuß unterwegs schlägt die Luft bedrohlich auf die Atemwege.
Natürlich gibt es sie, die Macher und Mitmacher, zumindest die Nutznießer der Apartheid, deren Humanismus darin bestand und irgendwie noch immer besteht, ihre schwarzen Angestellten nicht geschlagen zu haben. Die politische Ungleichheit ist der ökonomischen gewichen. Die medizinische Versorgung der Reichen, der Weißen, gehört zu den besten der Welt, während keine 15 Minuten entfernt in den Townships die Menschen an Unterernährung kranken, eine ganze Generation dort an Aids eingeht. Sicher, mittlerweile gibt es Strom; das Elend ist beleuchtet. In diesem Land treffen nicht erste und dritte Welt aufeinander oder beeinflussen sich gar, sie leben haarscharf berechnet aneinander vorbei. Der weiße Blick nach Norden gerichtet, den europäischen Wurzeln entfremdet. Der schwarze Blick glasig vom Alkohol.
November
August 3rd, 2009 • November
Tags: Einsamkeit, Es ist Juli, Irgendwann, Island (Universal), Juli, Kriese, November, Tablediver
Frag nicht nach morgen,
denn er bleibt dir verborgen.
Frag nicht was gestern war …
Wir zieh‘n unsre Kreise
auf unserer Reise.
Wo eben noch Sonne war …
Wir ertrinken zu zweit
in unseren Worten.
Wir ertrinken zu zweit
in Einsamkeit.
Irgendwann im November …
Zu lang, zu weit, zu viel passiert …
Irgendwann im November …
[…]
Irgendwann im November …
werd ich geh‘n.
Band Juli
Album Es ist Juli
Label Island (Universal)
Gestaltung Jürgen Bohl
Foto Tablediver (photocase.de)












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