Archiv für schwarz weiß

Favela Ikea – die Eröffnung

Heute war der offizielle Empfang in der Ausstellung im Kunsthaus Rhenania. Grund genug, ein paar bewegte Bilder von der inoffiziellen Eröffnung am vergangenen Samstag zu zeigen.

„Favela Ikea“

Alljährlich locken während der Internationalen Möbel Messe in Köln die Passagen unzählige Besucher in die Domstadt. Deren Schwerpunkt liegt im Design – und manchmal auch in der Kunst. Zu letzterer zählt die Ausstellung „Favela Ikea“ von Axel Kreiser und CD Geissler im Rheinauhafen.

„Die Anmut der Armut“ – so beschreiben sie ihr gemeinsames Projekt, das aus Fotomontagen und einer Installation besteht. Im Mittelpunkt: Sperrmüll. Der war vorgestern noch modische Einrichtung und sollte gestern als „Brennstoff in die Müllverbrennung“ wandern. Stattdessen dient er heute vielfach Obdachlosen als provisorische „Heimstatt“. Ganze Siedlungen sind so entstanden, Favelas eben.

Die Motive für die Ausstellung fand der Fotograf CD Geissler beim Umherstreifen. Was achtlos vor Türen abgelagert wurde, nutzte er als Vorlage. Er lichtete ab, entwickelte in Schwarz-Weiß und entfernte vom Abzug „alles Überflüssige mit dem Skalpell“. Die Ergebnisse sind Kompositionen und Montagen „in bester Dada-Tradition“, wie er selbst betont.

„Favela Ikea“ wird im Kunsthaus Rhenania in der Bayenstraße 28 gezeigt. Die offizielle Eröffnung mit Empfang findet am 18. Januar zwischen 19 und 22 Uhr statt. An den darauf folgenden Tagen ist die Ausstellung von 12 – 20 Uhr (Di – Sa) und von 11 – 18 Uhr (So) geöffnet.


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favela ikea Installation 02Fotos Claus Dieter Geissler
Text Christa Becker

“Zwischen den Tagen”

Weihnachtsgrüße vergessen? Zu wenig Neujahrskarten gekauft? Wir schaffen Abhilfe: Einfach das gewünschte Motiv mit der rechten Maustaste anklicken, die Grafik irgendwo zwischenspeichern, Mailprogramm starten, anhängen oder ins Anschreiben kopieren – und ab die Mail.

ein_frohes_weihnachtsfest_nachtraeglich einen_guten_rutsch_ins_neue_jahr Gestaltung Jürgen Bohl (nach den Original-Scherenschnitten von Christel Niemann aus den 60er Jahren)

Voodoo – Masovodoo

Was macht der frustrierte Masochist, wenn ihm kein Partner oder keine Partnerin zur Verfügung steht? Ganz einfach – er bastelt sich eine Voodoo-Puppe und richtet sie gegen sich selbst. Welche Ausmaße das annehmen kann, das hat Moonrise Pictures in einem wunderbaren kleinen Film dargestellt.

Masovodoo from Moonrise Pictures on Vimeo.

“Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann”

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 1Eine Mutter hatte zwei Töchter, eine richtige und eine Stieftochter. Die Stieftochter musste alle Arbeiten im Haus verrichten, aber ihre richtige Tochter durfte sich den ganzen Tag ausruhen und half ihre Stiefschwester nie. Als das fleißige Mädchen die Spule aus dem Brunnen holen musste, kam sie in das Reich der Frau Holle und arbeitete dort ganz fleißig. Zum Lohn überschüttete sie Frau Hohle mit Gold. Als die Goldmarie so reich beschenkt nach Hause kam, wollte ihre faule Schwester auch so viel Gold haben, sprang in den Brunnen und gelangte so zur Frau Hohle. Dort arbeitete sie aber auch nicht, sie lag lieber im Bett und schlief den ganzen Tag. Als Lohn wurde sie von Frau Holle über und über mit Pech begossen, das ein Leben lang nicht mehr abgehen sollte. Pechmarie wurde sie im ganzen Dorf gerufen. Und wenn man sie sah, gab es nur Hohn und Gelächter.

Pechmarie sucht den Weihnachtsmann

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 2Pechmarie fühlt sich einsam. Alleine verbringt sie so Tag für Tag. Zusammengekauert sitzt sie am Rande des Waldes und spricht zu sich selbst: „Wie sehe ich aus? Alle lachen mich aus oder meiden mich. Ich bin allein. Ich bin so unglücklich. Was soll ich nur tun?“In ihren Kummer schläft sie ein und hört im Traum immer wieder die Stimmen. „Suche den Weihnachtsmann, vielleicht kann er dir helfen! „Suche den Weihnachtsmann! Suche den Weihnachtsmann!“ Durch diese Stimmen erwacht sie aus ihren Schlummer. „Was war das? Hat da jemand zu mir gesprochen. Habe ich geträumt? Ich soll den Weihnachtsmann suchen. Den Weihnachtsmann? Hm, der Weihnachtsmann ist ein Freund aller Kinder, vielleicht kann er mir wirklich helfen. Ich gehe am besten sofort los. Noch ist Nacht, die Menschen schlafen, keiner sieht mich und keiner kann mich auslachen.“ Wie sie nun so losläuft durch den Wald, bleibt erstaunt stehen und beobachtet tanzende Mäuse auf einer kleinen Waldlichtung. Als am Ende des Tanzes die Mäuse Pechmarie entdecken, erschrecken sie und laufen davon. „Oh weh auch“ spricht Pechmarie zu sich, „die Tiere haben Angst vor mir und rennen weg.“ Ein mutiges Mäuschen kommt zurück geschlichen, tippt Pechmarie auf den Rücken und spricht: „Warum weinst du, wer bist du?“ „Ich bin die Pechmarie. Ich heiße so, weil ich überall mit Pech bedeckt bin. Und ich bin traurig, weil die Menschen vor mir weglaufen und nun auch noch die Tiere. Warum bist du, kleines Mäuschen zurückgekommen? Hast du keine Angst vor mir?“ „Am Anfang schon“, gestand das Mäuschen, “aber eigentlich bist du genauso schwarz wie ich und außerdem kann ich keine Tränen sehen. Komm hör auf zu weinen und erzähle mir deine Geschichte.“ Nun erzählte Pechmarie ihre Geschichte: „Als ich bei Frau Holle war, wollte ich lieber schlafen als meine Arbeiten zu verrichten. So bekamen die Tauben kein Futter, die Betten schüttelte ich nicht, so dass keine Schneeflocken auf die Erde fielen. Das Pech, das an mir klebt, war der Lohn für meine Faulheit. Ich bin so unglücklich. Aber im Traum habe ich den Weihnachtsmann gesehen. Er hat mir freundlich zugenickt. Vielleicht kann er mir helfen. Ich muss den Weihnachtsmann suchen!“ Darauf antwortete das Mäuschen: “Das ist eine tolle Idee. Weißt du was, ich helfe dir dabei. Gemeinsam sind wir stark.“ Mäuschen und Pechmarie fassen sich an den Händen und laufen los. „Sieh nur Pechmarie es ist Herbst geworden. Überall fallen die bunten Blätter von den Bäumen.“ „Ja“ sagte Pechmarie: „Horch mal Mäuschen, ich glaube die Bäume singen, während die Blätter tanzen.“ „Das ist ja eine Freude den herabfallenden Blättern zuzusehen Schau Pechmarie, so haben sich die Blätter beim Fallen gedreht“, und das Mäuschen drehte sich übermütig im Kreise. Pechmarie faste in das bunte Herbstlaub: „die vielen bunten Blätter, die hier überall liegen, komm wir werfen sie hoch und lassen sie noch mal tanzen.“ Immer wieder faste sie in die Blätter, wirbelte sie hoch und drehte sich in ausgelassener Stimmung im Kreise. Doch das Mäuschen rief ihr zu: „Pechmarie, wir müssen weiter, unser Weg ist noch weit.“ „Ja, du hast Recht, Mäuschen, aber erst fegen wir das ganze Laub zusammen. Wenn Menschen hier vorbeikommen, können sie den Weg besser sehen.“ Und so fegten sie das Laub zusammen und machten abseits des Weges ein Häufchen.

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 4Eine alte Frau die mühsam den Weg entlang kam rief ihnen zu: „Na ihr seid aber fleißig. Das ganze Laub habt ihr weggefegt. Nun kann ich wieder besser hier entlang laufen Habt Dank für eure Mühe.“ Da freuten sich Pechmarie und das Mäuschen: „Gern geschehen, doch nun müssen wir weiter. Auf Wiedersehen!“ Winkend verabschiedeten sie sich von den alten Mütterchen und machten sich wieder auf die Suche nach dem Weihnachtsmann. Das Mäuschen seufzte: “Jetzt ist es aber windig geworden.“ „Ja“ sagte Pechmarie, „Bei so viel Wind haben die Kinder bei mir zu Hause die Drachen steigen lassen. Sieh mal Mäuschen, wie die Kinder dort.“ Auf eine Wiese am Waldesrand tummelten sich Kinder und ließen ihre bunten Drachen in die Lüfte steigen. Was für einen Spaß hatten sie dabei. „Noch nie habe ich Drachen so von der Nähe gesehen“, flüsterte das Mäuschen. „Ach, ein Kind hat ja seinen Drachen verloren.“ Einsam lag der Drachen, der in einen Busch gestürzt war am Wegesrand. Pechmarie hob ihn auf: „Bei dem Drachen ist der Schwanz abgerissen. Mäuschen halt mal mit fest, damit ich den Drachen reparieren kann.“ Schon hatte sie die Schnur des Schwanzes in der Hand und befestigte sie mit einem festen Knoten an den Drachen. Sie schwenkte ihn vor sich her, ihre Arme vollführten immer größere Kreise, als wollte sie mit den Drachen fortfliegen. „Mäuschen wir müssen nun weiter gehen, den Drachen lassen wir hier liegen. Wenn das Kind zurückkommt, wird es ihn gleich finden.“Und wieder machten sie sich auf den Weg den Weihnachtsmann zu suchen. „Ist dir auch so kalt, Pechmarie? Ich spüre kaum noch meine Pfoten.“ „Komm näher an mich ran, ich wärme dich kleines Mäuschen.“ Sie reibt die schon steifen kleinen Pfötchen und haucht sie an um sie zu wärmen. Ja, Mäuschen, langsam wird es Winter, dort steht schon der erste Schneemann. Da wird es bestimmt bald schneien.“ Und kaum hatte sie die Schneeflöckchen erwähnt, begannen sie aus den Wolken herab zu fallen. „So schön sieht es aus, wenn es schneit. Die Schneeflocken wirbeln umher, als ob sie tanzen. Die Kinder können einen Schneemann bauen und Schlitten fahren. Nun verstehe ich, warum Frau Holle so traurig war.“ Auf einmal schnüffelte das Mäuschen mit der Nase in den Wind: „Pechmarie, ich schnuppere schon den Weihnachtsmann, nun ist es nicht mehr weit, komm!“ Vor Freude machte das Mäuschen einen Luftsprung und rutscht dabei aus fiel in den Schnee. „Ach herrje, durch den Schnee ist der Weg ganz glatt geworden. Erst müssen wir noch streuen.“ Und so machten sie sich an die Arbeit und streuten den Weg. „So, nun können wir weiter gehen!“ Weit sind sie schon gegangen als sie Licht im Wald sahen. Ganz versteckt lag eine der Weihnachtsmannwerkstätten.

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 3Die Zwerge waren beim packen der Päckchen. Mäuschen und Pechmarie belauschten die Gespräche der Zwerge. „Ist das anstrengend. „Wie viele Pakete haben wir schon eingepackt?“ „4.681“ „So viele schon?“ „Aber 3.764 Paket müssen wir noch packen. Das schaffen wir nie.“ Pechmarie u. Mäuschen flüsterten erst leise: „Wir möchten euch gern helfen.“ Und als die Zwerge es nicht hörten dann lauter: „Wir möchten euch gern helfen. Wenn ihr keine Angst vor uns habt?“ Einer der Zwerge: „Uns ist jede Hilfe recht. Wenn ihr fleißig seid ist uns das wichtiger als euer Aussehen.“ „Kommt fasst mit an, die Pakete kommen in die Säcke.“ Und so helfen Pechmarie und Mäuschen mit. Das Mäuschen: „Wie schafft ihr das nur, ihr arbeitet ja Tag und Nacht!“ „Wir halten uns durch sportliche Übungen fit. Schaut mal!“ rufen die Zwerge. „Eure Gymnastik ist prima, können wir das auch mal versuchen?“ Alle Zwerge: „ Na klar!“ „Das macht ja wirklich fit.“

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 6Pechmarie: „ Nun haben wir wieder Kraft, um den Weihnachtsmann zu suchen.“ „Suchen? Hier ist er schon!“ Und herein kam der Weihnachtsmann: „Oh ihr Zwerge wart aber fleißig, da bekommen die Kinder bald ihre Weihnachtsgeschenke.“ Das Mäuschen stupst Pechmarie an: ,,Sei nicht feige und frag schon.“ „Ich bin die Pechmarie, seit vielen Monaten suche ich dich schon.“ „Ich weiß mein Kind“ sagte der Weihnachtsmann, „ich kenne deine Geschichte.“ „Du weißt alles von mir und weißt auch warum ich hier bin?“ „Ja, Pechmarie, ich habe dich die ganze Zeit beobachtet und gesehen, dass du dich geändert hast, du bist jetzt fleißig und hilfsbereit, deswegen werde ich deinen größten Wunsch erfüllen.“ Im nu war das ganze Pech aus den Haaren und vom Kleid verschwunden. „Mäuschen‚ Zwerge, schaut nur; wie ich aussehe. Alles Pech ist weg, bin ich froh. Danke lieber Weihnachtsmann!“ „Wie konnte es nur passieren, dass ich so faul war.“ Und nach einer Pause: “Meine Mutti hat mich so lieb gehabt, dass sie mir alle Arbeiten abnahm. Ich brauchte nichts zu tun, konnte mich den ganzen Tag ausruhen, dabei wurde ich so faul, dass ich mich nicht mal alleine anziehen konnte. Kinder, passt auf, dass es euch nicht so geht wie mir. Faul sein ist langweilig, aber mithelfen und selbst etwas tun bringt Freude und macht glücklich.“ Und der Weihnachtsmann sprach: „Ja Marie, du hast recht. Auf deinem Weg zu mir hast du viel gelernt und das Glück gefunden. Nun bist du keine Pechmarie mehr, du bist unsere: „Glücksmarie!“

Die Pechmarie sucht den Weihnachtsmann 5

Text Frau Michalak
Quelle
http://www.mohlsdorfer-aktuelle.de/img/2005/2005-093-w.pdf
Web www.geteertundgefedert.de

Tattoos – Eine Fotoserie von Philippe Leroyer

Vom 18. bis zum 20. September 2009 fand in Paris zum dritten Mal das „Tattoo Art Festival“ statt – das größte französische Zusammentreffen seiner Art. Im Parc Floral trafen ca. 7.000 Besucher auf 150 Tattoo-Künstler aus aller Welt. Philippe Leroyer hat einige der schönsten Ergebnisse mit der Kamera festgehalten.
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Der Artikel: Tattoo

Sebastions Voodoo

A voodoo doll must find the courage to save his friends from being pinned to death.

The National Film Board of Canada, in association with the Cannes Short Film Corner and partner YouTube, welcomes you to this NFB competition, now in its fifth year.

Director: Joaquin Baldwin
Running Time: 4′06
Country: U.S.A.
Category: Drama

A voodoo doll must find the courage to save his friends from being pinned to death.

Joaquin Baldwin is an Annie Award nominee director and animator from Paraguay. Living in Los Angeles, he is now finishing his MFA in animation at UCLA. He has received over 50 international awards for his animated films Sebastian’s Voodoo and Papiroflexia, and also several grants including the Jack Kent Cooke full Graduate Scholarship in 2006.

Mehr zum schwarzen und weißen Voodoo im Artikel: Voodoo

Tattoo

TattooGefühlvolle Linien – schmerzhafte Stiche –
und Blumenornamente umranken liebevoll den Arm.

Schattierte Vögel – eingestochen ins Fleisch –
verfolgen jeden kleinsten Muskel.

Funkelnde Sterne – schwarze Pigmente –
wie Gestirne zwischen Leberflecken und weißer Haut.

Süßlich riechende Rosen – tausende Nadelstiche –
und emporsteigende Schlingpflanzen

erschaffen eine Fabelwelt
aus Schwarz auf Weiß.

Text  und Gestaltung Jürgen Bohl
Foto Martin Bruner (photocase.de)

Mein liebster Schwarz-Weiß-Film

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Der heutige Kinostart von “Das weiße Band” von Michael Haneke beweist es: Nicht alle erfolgreichen Filme müssen farbig sein. Die “fantastische Schwarz-Weiß-Komposition” (so ein Kritiker) erhielt u.a. die Goldene Palme von Cannes. Auch Woody Allen (“Manhattan”), Tim Burton (“Ed Wood”) und Steven Spielberg (“Schindlers Liste”) setzten Meilensteine in klassischem Schwarz-Weiß.

Dein “liebster Schwarz-Weiß-Film”, so lautete eine interne Umfrage bei unserem Magazin. Das Ergebnis ist “eine höchst subjektive Auswahl”. Die wir gerne durch die Favoriten unserer Leser ergänzen und erweitern würden: Einfach Titel und Begründung bei den Kommentaren eintragen.

Down by Law
“Keine Schnitte oder Kameraakrobatik, keine unsinnigen Dialoge als Erklärung für den Zuschauer, keine Orchester füllende Musik und insbesondere – keine Farben. Weil man die Hitze so spürt, die Langeweile, das brütende Schweigen und die tote Zeit. Weil eine banale Geschichte – drei Typen brechen aus dem Gefängnis aus – so märchenhaft poetisch sein kann. Weil es so viele schöne Bilder gibt and because we all scream for ice cream.”  Dorothee Freitag

“Die Feuerzangenbowle und Heinz Rühmann? Oder Heinz Rühmann und die Feuerzangenbowle? Es gibt Dinge, die lassen sich einfach nicht trennen. Seit frühester Kindheit haben mich Schauspieler und Film begleitet, da mein Vater leidenschaftlicher Fan ist. Ich habe vor allem mitgenommen, dass es die berühmte Feuerzangenbowle auch Silvester live zu Hause gab. Denn auch in flüssiger Form ist sie sehr zu empfehlen.” Corinna König-Wildförster

METROPOLIS von Fritz Lang. Denn in diesem Stummfilm ist nicht die Handlung, hier ist jedes Bild inszeniert. Er ist pure Fotografie.
Claus Dieter Geissler

Mein Freund Harvey
“Von einem Nervenarzt mit der Allerweltsweisheit ‘Wir alle müssen früher oder später der Wirklichkeit ins Auge sehen’ konfrontiert, antwortet Elwood P. Dowd: ‘Wissen Sie, ich habe mich mit der Wirklichkeit 40 Jahre abgeplagt, Doktor, und ich bin glücklich, sie jetzt endlich überwunden zu haben!’ Der ebenso gutmütige wie glückliche Privatier (dargestellt von James Steward) verdankt die Überwindung der Wirklichkeit einerseits seiner Vorliebe, in Bars ‘einen lüpfen’ zu gehen, und andererseits seinem unsichtbaren Freund Harvey, einem 2,10 Meter großen Hasen. Um letzteren habe ich ihn schon als Kind beneidet. Dass ich damit nicht alleine stand, wurde mir als Erwachsene vielfach bestätigt. Wer – wenn auch nur für kurze Zeit – die Realität mal weit hinter sich lassen möchte, dem sei diese wunderbare Komödie dringend empfohlen. Danach kann man ja immer noch einen lüpfen gehen …” Christa Becker

P.S.: Derzeit gibt es Gerüchte, dass Steven Spielberg plant, den Stoff neu zu verfilmen. Bleibt die Frage, wer die Rolle des Elwood P. Dowd übernehmen kann.

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Zeugin der Anklage
“Das von Billy Wilder 1957 verfilmte Gerichtsdrama ist Thriller und Komödie zugleich: Die brillante Story fesselt durch die unerwarteten Wendungen, amüsiert durch wohldosierten Humor und besticht durch die beeindruckende Umsetzung der Darsteller (Marlene Dietrich, Charles Laughton, Tyrone Power). Ein eindrucksvoller und erfreulicher Beweis, dass ein Höchstmaß an Spannung auch ohne jede Menge Action und eine Vielzahl von Leichen möglich ist. („Zeugin der Anklage“ ist eine Adaption der 1933 erschienenen Krimi-Kurzgeschichte „Witness for the Prosecution“ von Agatha Christie und wurde als Bühnenstück am 28. Oktober 1953 im Winter Garden Theatre in London uraufgeführt.)”  Claudia Bergfried

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER
“Der Film von Fritz Lang aus dem Jahr 1931 ist ein Meilenstein und ein Klassiker. Peter Lorre spielt die Rolle des psychopathischen Kindermörders Hans Beckert unübertrefflich gut. Da die Polizei ihn nicht fassen kann, schließt sich die Unterwelt mit den Landstreichern zusammen, jagt ihn und stellt ihn vor ein Tribunal, das aus „normalen Berufsverbrechern“ besteht. In seinem Plädoyer offenbart Beckert seine Hilflosigkeit: ‘Immer muss ich durch Straßen gehen und immer spür’ ich, es ist einer hinter mir her. Das bin ich selber! Manchmal ist mir, als ob ich selbst hinter mir herliefe. Aber ich kann nicht. Kann mir nicht entkommen.’ So bleibt es dem Zuschauer überlassen, was er für schwarz oder weiß hält. Der Film ist ein Meisterwerk, das unter die Haut geht.” Özgü Ülger

Krieg der Knöpfe
“Ein höchst amüsanter Film, der mit Charme, kindlichem Anarchismus und viel Witz die Absurdität des Krieges zeigt. Erzählt wird die Geschichte einer Dorffehde. Seit Generationen bekriegen sich die Jungen zweier verfeindeter französischer Dörfer, auch wenn mittlerweile keiner mehr weiß warum. Mit Witz und Einfallsreichtum kämpfen die Jungen gegeneinander und nehmen den Ärger zu Hause billigend in Kauf. Bis die beiden Anführer gemeinsam ins Internat gesteckt werden – und sich dort anfreunden. Doch der Krieg im Dorf geht nun an die nächste Jungengeneration, bis schließlich der Kleinste in der Gruppe, Petit-Gibus, erkennt wie unsinnig diese Fehde ist: ‘Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht mitgegangen.’” Brigitte Maser

“Meine Eltern hatten einen Fernseher von Philips: aus furniertem Holz, mit Drehköpfen und ohne Fernbedienung. Qualität gebaut für die Ewigkeit. Es dauerte zwei Minuten, bis das Bild erschien: Alles ohne Farbe – von Biene Maja über Doctor Snuggles bis hin zur Sesamstraße. Bis der Fernseher endlich seinen Geist aufgab. Mein liebster Schwarz-Weiß-Film? Begeisterung gleich Null. Eher die Erinnerung an eine farblose Fernsehwelt mit Kinder-Idolen in Schwarz-Weiß. Ich liebe die Farbe im Film.”  Jürgen Bohl

A Last Goodbye to Orson Welles

Er war 23 Jahre alt, als er mit dem Hörspiel “Krieg der Welten” (das von einem Angriff Außerirdischer handelte) in der Halloweennacht 1938 für Unruhe an der amerikanischen Ostküste sorgte. Er war 26, als er mit “Citizen Kane” eines der bedeutendsten Werke der Kinogeschichte schuf. Ein Meilenstein der Filmkunst, bei dem Orson Welles am Drehbuch mitarbeitete, Regie führte und die Hauptrolle übernahm. Leider blieb dem Meisterwerk der kommerzielle Erfolg verwehrt.

Filmgeschichte schrieb der Autor, Schauspieler und Regiesseur auch mit weiteren Produktionen, wie seinen Shakespeare-Verfilmungen oder seiner Rolle in “Der dritte Mann”. Sinn für Humor bewies er, als er 1979 im ersten “Muppet Movie” die Rolle eines Filmproduzenten übernahm und sie in seine (leider nie ausgestrahlte Show) einlud. Orson Welles starb im Alter von 70 Jahren am 10. Oktober 1985 in Kalifornien an Herzversagen. “Rosebud”, der Schlüsselbegriff aus “Citizen Kane”, gilt heute als das “berühmteste Wort der Filmgeschichte”.

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Begonnen hat unser Projekt als Online-Magazin, fortgesetzt wird es als Blog. Dabei bleiben wir unserem Prinzip treu: Ein Begriff prägt die Themenauswahl der jeweiligen Ausgaben. Ein Begriff, den wir in seiner Tiefe ausleuchten und der damit zu immer neuen sprachlichen und gestalterischen Deutungen einlädt.

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