Archiv für Goodbye
Abschied von einem Esel
März 5th, 2010 • Fundstücke, Goodbye
Tags: Auf Wiedersehen, Politik, Westerwelle
Eigentlich gehört Politik nicht zu unseren vorrangigen Themen. Aber die verbalen Eskapaden des derzeitigen Außenministers lassen wohl kaum einen kalt. Schon gar nicht Claus Dieter Geissler, der uns den Link zum folgenden Video zusandte. Darin fällt ein Kabarettist aus seiner Rolle und wünscht sich nichts mehr als den politischen Abschied des FDP-Vorsitzenden. Eher ernst, aber sehr empfehlenswert:
A Last Goodbye to Keith Haring
Februar 16th, 2010 • Goodbye
Tags: Cartoon, Dokumentarfilm, Graffiti, Haring Kids, interaktives Malbuch, Kinofilm, Plagiate, Pop Art
Vor genau 20 Jahren, am 16. Februar 1990, starb der von Pop-Art und Graffiti geprägte amerikanische Künstler Keith Haring an Aids. Obwohl er nur 31 Jahre alt wurde, hat sein markanter Stil, sein unverwechselbares Markenzeichen großen Einfluss auf unsere Bildkultur genommen. Davon künden nicht nur eine Vielzahl von Alltagsprodukten – sie reichen von der Espresso-Tasse über die Handytasche bis zum Hundenapf – sondern auch eine Unmenge an Plagiaten und Nachahmern seiner cartoonartigen Gestaltungen.
Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Künstler und Menschen zeigt der 2008 entstandene Film “The Universe of Keith Haring” von Christina Clausen (siehe Trailer). Seit dem 12. Februar sind einige seiner Werke in der Hamburger Kunsthalle in der Ausstellung Pop Life zu sehen. Wer sich selbst einmal in seiner Bilderwelt “austoben” möchten, dem sei das “interaktive Malbuch” auf den Seiten Haring Kids empfohlen. Von der Bedienung anfangs etwas sperrig (immer per Doppelclick markieren!), aber dann ein großer Spaß auch für Erwachsene.
Dead Fly Art
Dezember 29th, 2009 • Fundstücke, Goodbye, Irren
Tags: Bleistift, Dead Fly Art, Fliegen, Flychelangelo, Heizung, Papier Fantasie, Sonne, trocknen lassen
Zugegeben, morbide Themen liegen uns einfach. Und so traf die Fotoserie, die uns per Mail erreichte, gleich auf einhellige Begeisterung. Recherchen ergaben, dass deren Urheber sich “Flychenangelo” nennt und aus Schweden stammt. Dass die kleinen Skizzen in weltweiten Blogs kontrovers diskutiert werden – mit der Fragestellung, ob es sich um Kunst, Stümperei oder nur etwas Ekliges handelt.
Wir hoffen einfach mal, dass irgendwo in Schweden der Urheber der Zeichnungen vor seinem PC sitzt, sich die diversen Diskussionsbeiträge mit einem breiten Grinsen anschaut, weiter tote Fliegen aufsammelt … und ihnen in bewährter Form ein Denkmal setzt!
Quelle: http://cakeheadlovesevil.wordpress.com/2009/10/08/flychelangelo-dead-fly-art/
Kontrastprogramm
Dezember 19th, 2009 • Fundstücke, Goodbye
Tags: Achmed the Dead Terrorist, Jeff Dunham, Schwarzer Humor
Wem die Weihnachtsmärkte, die permanente Musikbeschallung, die Lebkuchen und die bunten Lichter allüberall so langsam zu viel werden, dem sei der amerikanische Bauchredner Jeff Dunham mit seiner Figur “Achmed the Dead Terrorist” empfohlen. Zwar überhaupt nicht politisch korrekt, aber sehr witzig.
Meet James Ensor
November 27th, 2009 • Goodbye
Tags: KellyLugosi, Meet James Ensor, They Might Be Giants, Vimeo
„Meet James Ensor, belgium’s famous painter, dig him up and shake his hand, appreciate the man …“ von They Might Be Giants. Mehr über den belgischen Künster James Ensor im Artikel: A Last Goodbye to James Ensor
Meet James Ensor from KellyLugosi on Vimeo.
A Last Goobye to James Ensor
November 19th, 2009 • Goodbye
Tags: 19. November, Dämonen, Getty Center, Maler, Masken, Oostende, Self-Portrait wiht a Flowered Hat, Skeletons Fighting Over a Pickled Herring, Skelette, The Assassination, The Entry of Christ into Brussels. State III., The Intrigue, Todestag
Belgischer Maler mit fünf Buchstaben – das war Ensor für mich bis zu dem Tag, als ich vor seinem Hauptwerk stand: „Christus zieht ein in Brüssel“. 2,58 m hoch und 4,31 m lang, wie ich hinterher recherchiert habe. Es entstand von 1888 bis 1889, ein Jahr benötigte er für die Fertigstellung. Da war er 28 Jahre alt, lebte im Haus seiner Mutter in Oostende und malte auf dem Dachboden. Der war zu klein für das monumentale Bild, deshalb blieb es 30 Jahre aufgerollt dort liegen. 1929 wurde es erstmals ausgestellt, 1939 wieder, und ab dem 70er Jahren war es ein von Museen begehrtes Objekt. Bis es 1987 von der Paul Getty Foundation aufgekauft wurde und über den Hügeln von Los Angeles in dem Licht durchfluteten Richard-Meier-Bau seinen Platz fand.

2002 hatte ich meine erste Begegnung, seitdem durchforste ich die Museen auf der Suche nach den seltsamen, skurrilen, ironischen und tiefgründigen Bildern James Ensors. 2006 veranstaltete die Frankfurter Schirn eine große Ausstellung des „Malers der Masken“. Die ist auf Wanderschaft und in diesem Jahr in New York angekommen: http://www.moma.org/interactives/exhibitions/2009/ensor/index.html#/intro/
James Ensor war seiner Zeit voraus, wurde lange abgelehnt als „fader Witzbold, dessen groteske und geschmacklose Produkte widerwärtig sind“. Erst im 20. Jahrhundert wird die „blühende Hässlichkeit seiner Motive“ salonfähig. Seine Bilder vertreten sein Heimatland bei Weltausstellungen, der belgische König ernennt ihn zum Baron. Und er gewinnt mehr und mehr an Einfluss – Emil Nolde, Otto Dix, Paul Klee, Max Ernst und Joseph Beuys zählen zu seinen Bewunderern. Ein Einfluss, der sich nicht nur auf die Malerei beschränkt: They Might Be Giants widmen ihm das Lied „Meet James Ensor“, das wiederum einen YouTube Nutzer zu einem wunderbaren, kleinen Film inspiriert. Und in Belgien wird alljährlich am ersten Märzwochenende der von ihm initiierte „Ball der toten Ratte“ gefeiert. Eine pompös-schrille Maskerade, die seine Bildwelten in die Wirklichkeit transportiert.
James Ensor starb am 19. November 1949 mit 89 Jahren in Oostende. Eine Stadt, die er nur in seiner Jugend für drei Jahre verlassen hat. Seine Werke sind heute in den großen Museen der Welt zu finden. Und sein Name noch immer in Kreuzworträtseln.
Text Christa Becker
Gestaltung Jürgen Bohl
1. Bild The Entry of Christ into Brussels. State III. 1898
1. Bildausschnitt Skeletons Fighting Over a Pickled Herring. 1891
2. Bildausschnitt The Intrigue. 1890
3. Bildausschnitt The Assassination. 1890
4. Bildausschnitt Self-Portrait wiht a Flowered Hat. 1883/1888
A Last Goodbye to Walter Oehmichen
November 2nd, 2009 • Goodbye
Tags: Augsburger Puppenkiste, Bill Bo, Der Löwe ist los, gestorben, Goodbye, Kalle Wirsch, Kater Mikesch, Urmel
Kennen gelernt habe ich ihn nicht mehr. Als ich 1995 zum ersten Mal eine Vorstellung besuchte, war der Theatergründer schon 18 Jahre tot. Als wir 1996 mit der Arbeit zum Buch „50 Jahre Augsburger Puppenkiste“ begannen, durfte ich in seinen Unterlagen stöbern. Und entdeckte solche Schätze wie die Briefe von Max Kruse, Lotte Lenya, Carl Orff.
Auch einer seiner eigenen Briefe war dort abgeheftet. Darin schrieb er 1944 aus dem Kriegslazarett, dass er eine „gar grausliche“ Puppe geschnitzt habe, ein Skelett. Sein Bettnachbar, ein Holzbildhauer, hatte ihn in die Fertigkeiten des Marionettenbaues eingewiesen.
Bei weiteren Recherchen zur Jubiläumsausstellung hörte ich dann viele Geschichte über ihn: Dass er ein Patriarch war, der von seinen Mitarbeitern mit „Papi“ angesprochen werden wollte. Dass er ein Talentsucher war, der sich in seinem Ensemble jederzeit ein- und unterordnete. Dass er ein Perfektionist war, der dennoch für einen gelungenen Streich auch einen „Vorhang“ in Kauf nahm.
Noch heute erzählt man sich in der Puppenkiste gern die Geschichte, als Walter Oehmichen und Manfred Jenning, der Hausautor und Spielleiter, einmal mehr gewettet hatten, wer zuerst wegen eines Lachanfalls patzen müsse. (Damals kamen die Stimmen noch nicht vom Band, hinter der Bühne wurde life gesprochen.) Der Theaterleiter zog während des Vortrags sein Gebiss aus, Manfred Jenning versagte die Stimme, die Vorstellung musste unterbrochen werden.
Wer ihn in den TV Produktionen hört – als Kill Waas, Graf Dingelstein, Paschik, Professor Habakuk Tibatong oder Löwe – spürt auch heute seine Freude am Spiel, an der Sprache, an seinen Marionetten. Walter Oehmichen starb am 2. November 1977 im Alter von 76 Jahren. Er hinterließ ein großes Erbe.
Foto des Gerippes Claus Dieter Geissler
s/w-Bilder Fotostudio Meile
Text Christa Becker
Das alljährliche Goodbye: Allerheiligen auf dem Melatenfriedhof
Oktober 28th, 2009 • Goodbye
Tags: Goodbye
Wer am kommenden Sonntag Halloween gut überstanden hat, in Köln oder in der Nähe der Domstadt wohnt und einen erholsamen Spaziergang machen möchte, dem sei Melaten als Ziel empfohlen. Angelegt wurde der Friedhof Anfang des 19. Jahrhunderts nach französischen Vorbildern, besonders beeinflusst von Père Lachaise.
Eigentlich ist ein Besuch ganzjährig empfehlenswert, aber an Allerheiligen wird er zum Erlebnis: Melaten, der sonst bei Einbruch der Dunkelheit schließt, hat seine Tore bis 19 Uhr geöffnet. Straßenlaternen fehlen auf dem 435.000 qm großen Gelände, die einzigen Lichtquellen sind unzählige Kerzen und Grableuchten.
Leider gibt es (noch) keinen Film, der diese besondere Atmosphäre widerspiegelt. Aber einen kleinen Eindruck des Friedhofs vermittelt das folgende Video:
A Last Goodbye to Eberhard Feik
Oktober 18th, 2009 • Goodbye
Tags: Christian Thanner, Eberhard Feik, gestorben, Goodbye, Polizeiruf 110, Schimanski, Tatort, Todestag
Obwohl er bereits vor 15 Jahren starb, wurde Eberhard Feik noch in 2008 in einer Emnid-Umfrage mit 37 Prozent zum beliebtesten Tatort-Kommissar gewählt. Sein “Christian Thanner” war in seiner Korrektheit der ideale Gegenpart zum “Ruhrpott-Proll” Horst Schimanski (dargestellt von Götz George).
Geboren wurde er am 23. November 1943 in Chemnitz, aufgewachsen ist er in der Nähe von Köln, wo er auch sein Studium der Theaterwissenschaften und eine Schauspielschule absolvierte. Als Schauspieler arbeitete er an den Theatern in Köln, Krefeld, Stuttgart, Frankfurt und der Berline Schaubühne. Als Regisseur inszenierte er u.a. Shakespeare, Schiller, Ibsen und Brecht. Von 1981 bis 1991 verkörperte er in 29 Tatort- und zwei Polizeiruf 110-Folgen den Thanner. Bereits 1988 erlitt er während der Dreharbeiten einen Herzinfarkt. Am 18. Oktober 1994 war es wieder das Herz, das während einer Fahrradtour im Schwarzwald seinen Dienst versagte.
Wer sein Grab im Internet besuchen sich in ein virtuelles Kondolenzbuch eintragen möchte, hat hier Gelegenheit dazu: http://www.promigrab.de/eberhard-feik
Mit einem Ausschnitt aus “Total Normal”, in dem er sowohl als Feik als auch als Thanner auftrat, möchten wir heute an den großartigen Schauspieler erinnern.
A Last Goodbye to Orson Welles
Oktober 10th, 2009 • Goodbye, schwarz weiß
Tags: Citizen Kane, Der dritte Mann, Film, Goodbye, Kino, Krieg der Welten, Muppet Movie, Muppets, Orson Welles, Rosebud, schwarz weiß
Er war 23 Jahre alt, als er mit dem Hörspiel “Krieg der Welten” (das von einem Angriff Außerirdischer handelte) in der Halloweennacht 1938 für Unruhe an der amerikanischen Ostküste sorgte. Er war 26, als er mit “Citizen Kane” eines der bedeutendsten Werke der Kinogeschichte schuf. Ein Meilenstein der Filmkunst, bei dem Orson Welles am Drehbuch mitarbeitete, Regie führte und die Hauptrolle übernahm. Leider blieb dem Meisterwerk der kommerzielle Erfolg verwehrt.
Filmgeschichte schrieb der Autor, Schauspieler und Regiesseur auch mit weiteren Produktionen, wie seinen Shakespeare-Verfilmungen oder seiner Rolle in “Der dritte Mann”. Sinn für Humor bewies er, als er 1979 im ersten “Muppet Movie” die Rolle eines Filmproduzenten übernahm und sie in seine (leider nie ausgestrahlte Show) einlud. Orson Welles starb im Alter von 70 Jahren am 10. Oktober 1985 in Kalifornien an Herzversagen. “Rosebud”, der Schlüsselbegriff aus “Citizen Kane”, gilt heute als das “berühmteste Wort der Filmgeschichte”.
















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