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William Kentridge im MoMA

Eine Woche New York fuer ein Foto- und Filmprojekt – und dann hatte ich auch noch das Glueck, eine wunderbare William Kentridge Ausstellung bewundern zu duerfen. Anbei zwei kleine Schmankerl. Ein ausfuehrlicher Bericht folgt nach Rueckkehr.

Abschied von einem Esel

Eigentlich gehört Politik nicht zu unseren vorrangigen Themen. Aber die verbalen Eskapaden des derzeitigen Außenministers lassen wohl kaum einen kalt. Schon gar nicht Claus Dieter Geissler, der uns den Link zum folgenden Video zusandte. Darin fällt ein Kabarettist aus seiner Rolle und wünscht sich nichts mehr als den politischen Abschied des FDP-Vorsitzenden. Eher ernst, aber sehr empfehlenswert:

A Last Goodbye to Keith Haring

Vor genau 20 Jahren, am 16. Februar 1990, starb der von Pop-Art und Graffiti geprägte amerikanische Künstler Keith Haring an Aids. Obwohl er nur 31 Jahre alt wurde, hat sein markanter Stil, sein unverwechselbares Markenzeichen großen Einfluss auf unsere Bildkultur genommen. Davon künden nicht nur eine Vielzahl von Alltagsprodukten – sie reichen von der Espresso-Tasse über die Handytasche bis zum Hundenapf – sondern auch eine Unmenge an Plagiaten und Nachahmern seiner cartoonartigen Gestaltungen.

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Künstler und Menschen zeigt der 2008 entstandene Film “The Universe of Keith Haring” von Christina Clausen (siehe Trailer). Seit dem 12. Februar sind einige seiner Werke in der Hamburger Kunsthalle in der Ausstellung Pop Life zu sehen. Wer sich selbst einmal in seiner Bilderwelt “austoben” möchten, dem sei das “interaktive Malbuch” auf den Seiten Haring Kids empfohlen. Von der Bedienung anfangs etwas sperrig (immer per Doppelclick markieren!), aber dann ein großer Spaß auch für Erwachsene.

Doppelter Feiertag

Es ist ein Tag der Gegensätze: Einerseits haben wir heute den Valentinstag, andererseits beginnt mit dem Chinesischen Neujahrfest das Jahr des Metall-Tigers. Und das gilt zwar als “goldenes Jahr” für Geschäfte, soll aber für Beziehungen “nicht so gut” sein. Lassen wir uns überraschen …

Nichtsdestotrotz ein kleiner Film zum Valentinstag – mit einem geringen Metall-Anteil:

Happy …’s Day! from sodazot on Vimeo.

Braungrüngrau

Eingefleischte Loriot-Fans kennen die Farbe aus seinem ersten Kinofilm “Ödipussi”. Dort wird sie kombiniert mit Schaumolweiß und einem grünlich blauen Braunrotgrau. Die Therapiesitzung des Ehepaares Blöhmann (s. Video 2) haben Anna Schoderer und Sonja Hahn völlig neu gestaltet. Beide studieren an der FH Mainz Medien- bzw. Kommunikationsdesign; die Arbeit entstand in einem Kurs über Wordmovies. Mehr über die Entstehung und ihren Überraschungserfolg erzählen sie in einem Interview.

Wer also schon immer wissen wollte, wie die Lieblingsfarbe von Herrn Blöhmann aussieht, erhält nun endlich eine ausführliche Antwort.

Und nun die Vorlage von Loriot:

New York von oben

Wie im letzten Beitrag versprochen nun also mehr von und über PES. Dessen erster Kurzfilm heißt “Roof Sex” und hält (fast), was er verspricht. Nur die Darsteller sind eher ungewöhnlich …

Auf seiner eigenen Website berichtet PES (dessen Logo wohl nicht zufällig an die Fruchtbonbonmarke PEZ erinnert) vom “Making of …” seines ersten Films im Jahr 2001. Ganze 20 Tage haben die Dreharbeiten gedauert, das Ergebnis umfasst eine knappe Minute. Aber es war der Beginn der Karriere von Adam Pesapane (so sein bürgerlicher Name). Heute arbeitet er nach wie vor an eigenen Projekten, erstellt  Werbefilme für Marken wie Scrabble und Bacardi – oder nimmt Preise entgegen für seine Western Spaghetti.

Zwar nicht sättigend …

… dafür aber sehr originell: Spaghetti mal ganz anders zubereitet. Ein Film von PES, der letztes Jahr in den USA einige Preise gewann. Mehr über den Tüftler und Gestalter origineller Filme im Laufe der Woche.

Alma

Pixar-Mitarbeiter Rodrigo Blaas veröffentlichte letztes Jahr seinen ersten eigenen Animationsfilm: Alma. Der wurde umgehend mit Preisen überhäuft ist derzeit noch im frei im Netz zu sehen. Wir haben ihn eher zufällig auf Vimeo gefunden. Die Qualität der Bilder ist so gut, dass der Vollbildmodus unbedingt empfehlenswert ist. Viel Spaß beim Schauen.

Alma – Season’s Greetings from Monkey Business on Vimeo.

Filmtipp

Letzten Dienstag haben wir uns im Kino den neuesten Film von Terry Gilliam angesehen: “Das Kabinett des Dr. Parnassus”. Absolut sehens- und empfehlenswert. Der Regisseur hat schon zu Monty-Python-Zeiten seiner Phantasie freien Lauf gelassen, besonders bei den kurzen Animationsfilmen. Einen davon – er beschreibt das Wunder des Fliegens – haben wir als “appetizer” ausgewählt. Mehr zur Bilderwelt von Terry Gilliam und einen wunderbaren Heath Ledger gibt es dann auf der großen Leinwand.

P.S.: Eine kurze Szene des Animationsfilms widmet sich übrigens auch dem Teeren und Federn.

Slinkachu: Little People in the City

Seit 2006 durchstreift er die Straßen Londons, erstellt Szenen mit kleinen, selbstbemalten Figuren und fotografiert sie. Anfangs nur aus dokumentarischen Gründen, mittlerweile mit einer Profikamera. Anfangs versandte er die Fotos an Freunde und veröffentlichte sie in einem eigenen Blog, mittlerweile reißen sich Galerien und Verlage um die Bilder des 30-jährigen Streetart-Künstlers.

Der Edward-Hopper-Fan und “Erzähler dreidimensionaler Geschichten” fotografiert am liebsten morgens, wenn es ruhig ist. Um seine Szenen einzufangen, liegt er dann flach auf dem Boden. Wenn Slinkachu fertig ist, bleiben seine Miniatur-Installationen an Ort und Stelle. Und werden – trotz großer medialer Aufmerksamkeit – im Original zumeist noch immer übersehen.

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